Wärmepumpe-Arten: Luft, Erdwärme & Wasser
Stand: 03.07.2026.
Welche Wärmepumpen-Arten gibt es überhaupt?
Wärmepumpen werden nach der Quelle unterschieden, aus der sie die Umweltwärme ziehen. Die vier klassischen Systeme sind Luft-Wasser, Luft-Luft, Sole-Wasser (Erdwärme) und Wasser-Wasser (Grundwasser). Dazu kommt die Brauchwasser-Wärmepumpe, die ausschließlich Warmwasser bereitet. Der erste Teil des Namens nennt immer die Wärmequelle, der zweite das System, an das die Wärme abgegeben wird: "Wasser" steht für eine wassergeführte Heizung mit Heizkörpern oder Fußbodenheizung, "Luft" für die direkte Erwärmung der Raumluft. Für dich als Hausbesitzer entscheidet vor allem die Quelle über Aufwand, Kosten und Effizienz. Luftbasierte Systeme lassen sich fast überall nachrüsten, weil sie nur ein Außengerät brauchen. Erd- und grundwasserbasierte Systeme sind aufwendiger zu erschließen, liefern dafür aber ganzjährig stabilere und höhere Wirkungsgrade.
Was ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe entzieht der Außenluft Wärme und überträgt sie auf das wassergeführte Heizsystem des Hauses. Sie ist mit Abstand die häufigste Bauart, weil sie ohne Bohrung, Brunnen oder Erdarbeiten auskommt und sich im Altbau vergleichsweise einfach nachrüsten lässt. Ein Komplettpaket inklusive Einbau kostet im Altbau typischerweise rund 25.000 bis 35.000 Euro. Die Jahresarbeitszahl (JAZ) liegt praxisnah meist zwischen 3,5 und 4 – aus einer Kilowattstunde Strom werden also gut dreieinhalb bis vier Kilowattstunden Wärme. Sie versorgt sowohl Heizung als auch Warmwasser und ist grundsätzlich über die KfW-Förderung förderfähig. Nachteil: Sinkt die Außentemperatur, sinkt die Effizienz, weil die Quelle im Winter am kältesten ist. Für viele Ein- und Zweifamilienhäuser ist sie trotzdem der beste Kompromiss aus Kosten, Aufwand und Ertrag.
Wann lohnt sich eine Luft-Luft-Wärmepumpe?
Die Luft-Luft-Wärmepumpe nimmt Wärme aus der Außenluft auf und gibt sie über Innengeräte direkt an die Raumluft ab – ganz ohne wassergeführtes Heizsystem. Technisch ähnelt sie einer umkehrbaren Klimaanlage, die im Sommer auch kühlen kann. Weil kein Heizwasserkreislauf nötig ist, ist die Anschaffung günstiger als bei den wassergeführten Systemen. Der große Haken: Sie bereitet in der Regel kein Warmwasser, dafür brauchst du eine separate Lösung. Außerdem ist sie meist nicht KfW-förderfähig, weil die Förderung an wassergeführte Heizsysteme geknüpft ist. Sinnvoll ist sie vor allem in sehr gut gedämmten Neubauten, Passivhäusern oder als Zusatzheizung in einzelnen Räumen, Büros oder Ferienwohnungen. Für ein klassisches Bestandsgebäude mit Heizkörpern und normalem Warmwasserbedarf ist sie dagegen selten die erste Wahl.
Wie funktioniert eine Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme)?
Die Sole-Wasser-Wärmepumpe nutzt die Erdwärme als Quelle. Eine frostsichere Flüssigkeit ("Sole") zirkuliert entweder in tiefen Erdsonden oder in flächig verlegten Erdkollektoren und nimmt dort Wärme aus dem Boden auf. Der große Vorteil: Im Erdreich herrschen ganzjährig relativ konstante Temperaturen, deshalb arbeitet dieses System auch im tiefsten Winter effizient. Die Jahresarbeitszahl liegt oft über 4,5 und damit spürbar höher als bei Luft-Wasser-Systemen. Der Preis dafür ist der Erschließungsaufwand: Erdsonden erfordern eine Tiefenbohrung, Kollektoren eine große, unbebaute Grundstücksfläche. Beides treibt die Kosten deutlich über die einer Luft-Wärmepumpe. Zusätzlich brauchst du in vielen Fällen eine behördliche Genehmigung, insbesondere für die Bohrung in Wasserschutzgebieten. Erdwärme lohnt sich vor allem, wenn Platz oder Bohrmöglichkeit vorhanden sind und du langfristig auf niedrige Betriebskosten setzt.
Was ist eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe (Grundwasser)?
Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe zieht ihre Energie aus dem Grundwasser, das ganzjährig eine nahezu konstante Temperatur von etwa 8 bis 12 Grad hat. Über einen Förderbrunnen wird Wasser entnommen, über einen Schluckbrunnen wieder zurückgeführt. Weil die Quelle so gleichmäßig warm ist, gilt dieses System als das effizienteste unter den Wärmepumpen-Arten und erreicht die höchsten Arbeitszahlen. Der Aufwand ist allerdings ebenfalls am größten: Du benötigst zwei Brunnen und eine wasserrechtliche Genehmigung der zuständigen Behörde, die die Wasserqualität und die örtlichen Bedingungen prüft. Nicht überall ist ausreichend sauberes Grundwasser in passender Tiefe verfügbar. Wo die Voraussetzungen stimmen, liefert die Wasser-Wasser-Wärmepumpe die günstigsten Betriebskosten pro erzeugter Kilowattstunde Wärme – bei den höchsten Einstiegskosten unter den vier Systemen.
Wofür ist eine Brauchwasser-Wärmepumpe gedacht?
Die Brauchwasser-Wärmepumpe – oft auch Warmwasser-Wärmepumpe genannt – ist ein Sonderfall: Sie heizt nicht das Gebäude, sondern erwärmt ausschließlich das Trinkwasser für Dusche, Bad und Küche. Meist steht sie als kompaktes Standgerät im Keller oder Hauswirtschaftsraum und nutzt die Umgebungsluft, etwa die Abwärme aus dem Heizraum, als Quelle. Sie ersetzt also einen elektrischen Warmwasserboiler oder entlastet die bestehende Heizung. Interessant ist sie vor allem für Haushalte, in denen die Raumwärme bereits anders erzeugt wird, oder in Kombination mit einer Photovoltaikanlage, deren Strom sie günstig für die Warmwasserbereitung verwenden kann. Als alleinige Heizlösung für ein ganzes Haus ist sie nicht gedacht. Wer eine vollwertige Wärmepumpenheizung sucht, greift zu einem der wassergeführten Systeme, die Heizung und Warmwasser gemeinsam abdecken.
Welche Wärmepumpe ist am effizientesten?
Die Effizienz misst die Jahresarbeitszahl (JAZ): Sie gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme aus einer Kilowattstunde Strom entstehen. Je stabiler und wärmer die Quelle, desto höher die JAZ. Deshalb führen die grund- und erdgebundenen Systeme das Feld an: Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe ist dank des konstant temperierten Grundwassers am effizientesten, dicht gefolgt von der Sole-Wasser-Wärmepumpe mit JAZ-Werten meist über 4,5. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe liegt mit rund 3,5 bis 4 darunter, weil die Außenluft im Winter genau dann am kältesten ist, wenn der Wärmebedarf am höchsten ist. Wichtig: Die reale Effizienz hängt stark von der Vorlauftemperatur der Heizung ab. Je niedriger diese ausfällt – etwa bei einer Fußbodenheizung –, desto besser die Arbeitszahl. Eine gut geplante Luft-Wärmepumpe kann eine schlecht eingestellte Erdwärmeanlage in der Praxis deshalb durchaus schlagen.
Wie unterscheiden sich die Kosten der Arten?
Die Anschaffungskosten steigen mit dem Erschließungsaufwand der Quelle. Am günstigsten in der Anschaffung ist die Luft-Luft-Wärmepumpe, da sie ohne Heizwasserkreislauf auskommt. Es folgt die Luft-Wasser-Wärmepumpe mit rund 25.000 bis 35.000 Euro für ein Altbau-Komplettpaket. Deutlich teurer wird es bei der Sole-Wasser-Wärmepumpe, weil Tiefenbohrung oder Kollektorverlegung hinzukommen. Am höchsten liegen die Einstiegskosten bei der Wasser-Wasser-Wärmepumpe mit zwei Brunnen und wasserrechtlicher Genehmigung. Bei den Betriebskosten dreht sich das Bild: Die effizienteren Erd- und Grundwassersysteme verbrauchen weniger Strom und sind über die Jahre günstiger. Du wägst also hohe Anschaffung gegen niedrige laufende Kosten ab. Nenne die genannten Beträge als grobe Richtwerte – der tatsächliche Preis hängt von Gebäude, Heizlast, Region und Handwerkerauslastung ab und sollte immer per Vor-Ort-Angebot ermittelt werden.
Welche Wärmepumpen-Arten sind förderfähig?
Gefördert werden über die KfW-Heizungsförderung (Programm 458) grundsätzlich die wassergeführten Wärmepumpen: Luft-Wasser, Sole-Wasser und Wasser-Wasser. Die Luft-Luft-Wärmepumpe ist in der Regel nicht förderfähig, weil sie kein wassergeführtes Heizsystem versorgt. Die Grundförderung deckt einen Teil der Investition, ergänzt um mögliche Boni. In Summe sind bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten erreichbar, gedeckelt auf maximal 21.000 Euro. Voraussetzung ist unter anderem, dass die Anlage bestimmte Mindesteffizienzwerte einhält. Behandle diese Zahlen als Richtwerte für 2026: Höhe, Boni und Bedingungen können sich ändern, und die konkrete Bewilligung hängt vom Einzelfall ab. Prüfe die Förderfähigkeit vor Auftragsvergabe immer mit einem Energieberater und über die offiziellen KfW-Vorgaben.
Welche Mindestwerte gelten 2026 für die Förderung?
Damit eine Wärmepumpe förderfähig ist, muss sie eine Mindest-Jahresarbeitszahl erreichen. 2026 gilt als Richtwert eine JAZ von mindestens 3,5 für Luft-Wasser-Systeme und mindestens 4,5 für Sole- und Wasser-Wärmepumpen. Diese Schwellen stellen sicher, dass nur ausreichend effiziente Anlagen gefördert werden. Neu ist zudem eine verschärfte Geräuschanforderung: Ab dem 1. Januar 2026 müssen förderfähige Luft-Wärmepumpen die geltenden Schallgrenzwerte um 10 Dezibel unterschreiten. Das begünstigt besonders leise, moderne Geräte und schützt Nachbarschaft und Wohnqualität. Für dich heißt das: Achte beim Angebot nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die ausgewiesene JAZ und den Schallleistungspegel des Außengeräts. Ein Fachbetrieb sollte dir diese Werte für dein konkretes Gebäude berechnen und dokumentieren können. Nur so ist die Förderung gesichert und die Anlage arbeitet auch wirklich sparsam.
Welche Rolle spielt die Vorlauftemperatur bei der Wahl?
Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur, mit der das Heizwasser zu den Heizflächen fließt – und sie ist der wichtigste Hebel für die Effizienz jeder wassergeführten Wärmepumpe. Je niedriger sie sein darf, desto weniger muss die Wärmepumpe die Quelltemperatur anheben und desto besser die Arbeitszahl. Eine Fußbodenheizung arbeitet mit niedrigen Vorlauftemperaturen von oft 30 bis 35 Grad und ist damit ideal. Alte, kleine Heizkörper benötigen dagegen höhere Temperaturen, was die Effizienz drückt. Im Altbau lohnt sich deshalb vor der Entscheidung ein Blick auf die vorhandenen Heizflächen: Große Heizkörper oder eine Flächenheizung machen selbst die günstige Luft-Wasser-Wärmepumpe sehr wirtschaftlich. Wo hohe Vorlauftemperaturen nötig sind, spielt ein effizienteres Erd- oder Grundwassersystem seine Stärken stärker aus. Die Wahl der Art hängt also nicht nur vom Grundstück, sondern eng von deiner Heizung ab.
Wie wählst du die passende Wärmepumpen-Art aus?
Die richtige Art ergibt sich aus vier Fragen: Grundstück, Budget, Vorlauftemperatur und Genehmigung. Hast du wenig Platz und willst einfach nachrüsten, ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe fast immer die naheliegende Lösung – günstig, förderfähig, überall einsetzbar. Steht ausreichend Fläche oder eine Bohrmöglichkeit zur Verfügung und du planst langfristig, spielt Erdwärme mit ihrer hohen Effizienz ihre Vorteile aus. Wo sauberes Grundwasser verfügbar und eine wasserrechtliche Genehmigung möglich ist, liefert die Wasser-Wasser-Wärmepumpe die besten Betriebskosten. Die Luft-Luft-Variante bleibt der Spezialfall für sehr gut gedämmte Gebäude ohne hohen Warmwasserbedarf. Wichtig ist die ehrliche Abwägung zwischen niedriger Anschaffung und niedrigen laufenden Kosten. Lass in jedem Fall die Heizlast berechnen und mehrere Angebote von Fachbetrieben einholen. Erst diese individuelle Planung zeigt, welche Art für dein Haus 2026 wirklich die wirtschaftlichste ist.
| Art | Wärmequelle | Kosten (Anschaffung) | JAZ / Effizienz | Warmwasser | KfW-förderfähig |
|---|---|---|---|---|---|
| Luft-Wasser | Außenluft (wassergeführt) | ca. 25.000–35.000 € (Altbau) | JAZ ~3,5–4 | Ja | Ja |
| Luft-Luft | Außenluft (Raumluft direkt) | günstiger, kein Heizwasserkreis | effizient, aber quellenabhängig | Nein (separat nötig) | In der Regel nein |
| Sole-Wasser (Erdwärme) | Erdreich (Erdsonde/Kollektor) | höher wegen Bohrung/Fläche | JAZ >4,5 | Ja | Ja |
| Wasser-Wasser (Grundwasser) | Grundwasser (Förder-/Schluckbrunnen) | am höchsten (2 Brunnen) | am effizientesten | Ja | Ja |
Häufige Fragen
Welche Wärmepumpe ist für den Altbau am besten?
Welche Wärmepumpe ist die günstigste?
Welche Wärmepumpe ist am effizientesten?
Was bedeutet die Jahresarbeitszahl (JAZ)?
Ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe förderfähig?
Wie hoch ist die Förderung 2026?
Welche Genehmigungen brauche ich für Erdwärme oder Grundwasser?
Kann eine Wärmepumpe auch Warmwasser bereiten?
Was ist eine Brauchwasser-Wärmepumpe?
Welche Mindest-JAZ ist 2026 für die Förderung nötig?
Hängt die Wahl der Wärmepumpe von der Heizung ab?
Redaktion Wärmepumpe-Fördergeld
Redaktionell aufbereitet auf Basis öffentlicher Förderregeln (KfW, BAFA) und recherchierter Marktdaten 2026. Zuletzt aktualisiert am 03.07.2026.